Die Phasen der Schwangerschaft

1. bis 12. Schwangerschaftswoche

Den Beginn einer Schwangerschaft zu bestimmen, ist meist nicht einfach. Die Eizelle wird meist in der Mitte des aktuellen Monatszyklus befruchtet, welchen die Frauen aber oft nicht genau bestimmen können. Aus diesem Grund rechnet man meist auch zurück zur letzten Periode – und von da an 40 Wochen nach vorne. Daraus errechnet sich der voraussichtliche Geburtstermin. Ist also durchaus legitim, dass die Frau in der ersten und zweiten Schwangerschaftswoche noch gar nicht schwanger war. Die wirkliche Schwangerschaft stellt sich dann quasi ab der 3. Schwangerschaftswoche ein.

Schwangerschaftstest
Quelle: JuliaFiedler@pixabay.com (CC0)

Doch bis dahin sieht man noch nichts von außen, allerdings stellt sich im Körper der Frau bereits einiges um. Der Embryo nistet sich in der Gebärmutter ein, Frauen nehmen diesen Vorgang oft als ein Ziehen im Unterleib wahr, verbinden dies aber nicht immer mit einer erfolgreichen Befruchtung. Der erste Verdacht stellt sich durch das Ausbleiben der Monatsblutung ein – letzte Gewissheit bekommt man dann erst beim Besuch des Frauenarztes oder einem positiven Schwangerschaftstest. Der Frauenarzt untersucht die Gebärmutter auf Vorhandensein von Dottersack und Fruchthöhle – ein sicheres Anzeigen für eine Schwangerschaft. Zu diesem Zeitpunkt erhält die Frau bereits einen Mutterpass, es wird Blut abgenommen und mögliche Risiken abgeklärt.

TIPP: Schwangerschaftstests bzw. Fertilitätstests gibts es auch günstig im Internet.

Die ersten 3 Monate sind die für eine Schwangerschaft risikoreichsten Monate. Hier ist es sehr wichtig, dass genügend Folsäure, also Vitamin B zu sich genommen wird, damit sich ein sog. Neuralrohl bilden kann. Innerhalb der ersten 12 SSW findet dann auch der erste Regeltermin (Vorsorgeuntersuchung) beim Frauenarzt statt. Hier werden z.B. Urin und Blut abgenommen, Blutdruck gemessen, eine Ulltraschall-Untersuchung durchgeführt und die Gebärmutter abgetastet.

Spätestens jetzt sollte die Frau auf Alkohol und Nikotin verzichten, sich regelmäßig und ausgewogen ernähren und auf eine gesunde Lebensweise achten. Auch die Einnahme von Medikamenten sollte durch einen Arzt abgeklärt werden. Bewegung und Sport gehen natürlich immer und sollten auch in ausreichendem Maße durchgeführt werden. Ausreichend Schlaf und die Vermeidung von Stress gehören natürlich ebenso zu einem jetzt noch wichtigeren Lebenswandel.

Gut zu wissen ist auch, dass z.B. ein Schwangerschaftstest erst zuverlässig aber der 4. Schwangerschaftswoche funktioniert. Tests aus der Apotheke messen in der Regel den hCG-Wert (Hormon, welches durch die Plazenta produziert wird, sobald sich eine Eizelle eingenistet hat) im Urin, der aber erst ab diesem Zeitpunkt verändert ist. Am zuverlässigsten ist die Messung des hCG-Wertes im Blut durch einen Frauenarzt. Eine Vorstellung bei einem Frauenarzt ist also in jedem Fall sinnvoll, wenn man sich nicht sicher ist, ob man schwanger ist, oder nicht.

Typische Anzeichen für eine Schwangerschaft (die meist in den ersten 3 Monaten auftreten) sind:

  • allgemeines Unwohlsein, Übelkeit (vorallem morgens) mit Erbrechen
  • Stimmungsschwankungen
  • Müdigkeit und Abgespanntheit
  • Spannung der Brüste, merkliche Vergrößerung der Brüste/Brustwarzen
  • Lust oder extreme Abneigung auf spezielle Nahrungsmittel, z.B. Kaffee oder auch bereits durch Riechen dieser

In dieser Zeit sollte man sich auch auf die Suche nach einer Hebamme machen. Die Terminkalender der Hebammen sind heutzutage meist ziemlich voll und man sollte sich im Vorhinein auch ein Bild von der Frau machen, in deren Obhut sich man vor und nach der Geburt gibt. Zum Einen vertraut man der Hebamme die Entwicklung der ersten Tage des neu geborenen Kindes an und zum anderen ist die Nachsorge der Geburt  eine ziemlich intime Sache, die eine gute zwischenmenschliche Basis haben sollte.

Gegen Ende des ersten Trimesters hat der Fötus eine Größe von etwa 5 Zentimetern und wiegt bis zu 50 Gramm. Sein Herz schlägt bereits mehrere Wochen (mit einer etwa doppelt so schnellen Frequenz wie bei einem Erwachsenen), das Gehirn funktioniert und wächst. Das Baby kann lächeln, wackelt mit den Körperteilen und kann sich in der Gebärmutter drehen. Das Risiko einer Fehlgeburt sinkt mit fortschreitender Zeit einer Schwangerschaft. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt es statistisch unterhalb von einem Prozent. Aber auch jetzt sollten Frauen nicht leichtfertiger werden und nach wie vor gut auf sich, die Ernährung, Bewegung und ihr Wohlbefinden achten. Hier gilt immer – was der Frau guttut, ist auch gut fürs Baby. Sollten bei Frauen jedoch Beschwerden, wie

  • Fieber über 38°C oder starke Kopfschmerzen
  • Schmier- oder starke Blutungen
  • starke Unterleibsschmerzen
  • Schmerzen beim Wasserlassen

auftreten, sollte auf jeden Fall kein Risiko eingegangen werden und ein Arzt aufgesucht werden, der die Ursache der Beschwerden abklärt und eine Gefährdung des Babys im Mutterleib ausschließen kann.

13. bis 24. Schwangerschaftswoche

Ab jetzt entwickelt sich das Kind im Mutterleib immer schneller. Für viele Frauen ist diese Zeit die entspannteste der Schwangerschaft, weil die anfänglichen Beschwerden nachlassen oder gänzlich verschwinden, allem voran die permanente oder frühmorgendliche Übelkeit. Auch Trägheit und Kreislaufprobleme lassen in dieser Zeit spürbar nach. Der Bauch ist noch nicht so groß, dass er im Alltag, bei Freizeit- oder Sportaktivitäten stark einschränkt und die Frauen haben ein deutlich gesteigertes allgemeines Wohlbefinden.

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Väter-TIPP

Für alle Männer der ideale Zeitpunkt, um mit ihrer Frau nochmal richtig durch zu starten, z.B. mit einem Babymoon, dem vorerst letzten Urlaub zu zweit. Oder die Zeit nutzen, um nochmal richtig auszuspannen, gemeinsam viel zu unternehmen, Essen gehen oder gemeinsam die Wohnung renovieren und das Kinderzimmer auf Hochglanz bringen. Eine bessere Chance bietet sich in nächster Zeit kaum noch, die Frau nochmal so richtig glücklich zu machen.

Im 2. Trimester findet in der Regel dann auch die zweite Ultraschall-Untersuchung statt, in der auch Laien das erste Mal viel mehr erkennen können. Der Frauenarzt kontrolliert hier z.B. verstärkt die Herzfunktionen, Herzschlag und die Funktionalität der vier Herzkammern. Man sieht aber auch die Organe, wie Magen, Darm, Leber, Lunge, Blase etc. die vom Arzt genaustens überprüft werden.  Wie bei jeder Ultraschall-Untersuchung wird das Kind auch vermessen (Kopfdurchmesser, Querdurchmesser des Bauches und die sog. Scheitel-Steiß-Länge, woraus auch die aktuelle Körpergröße hochgerechnet wird (da das Kind ja in Embryostellung liegt und somit nicht von Kopf bis Fußspitze gemessen werden kann). In dieser Zeit kann auch das Geschlecht des Kindes festgestellt werden. Natürlich kommt es hier darauf an, wie das Kind in der Gebärmutter liegt und ob der Arzt einen Blick auf das Geschlechtsorgan erhaschen kann. Nur weil man nichts sieht, heißt das nicht zwingend, dass es ein Mädchen wird. Von daher sollte man sich zu diesem Zeitpunkt nicht 100% auf die Aussage eines Arztes bzgl. des Geschlechts verlassen und sich lieber einen späteren, zweiten Blick gönnen, um völlig sicher zu gehen. Wer möchte schon, dass sein Sohn in einem pinken Zimmer schläft.

Ab der 13. SSW beginnt das Kind, Geräusche wahrzunehmen, es bekommt somit zumindest schon Stimmungen von außen mit, kann den Papa hören oder die Geschwister und prägt sich Stimmen schon im Mutterleib ein, die es später auf der Welt als vertraut wahrnimmt. Weitere Sinne, wie Geschmackssinn und Tastsinn werden ausgeprägt und funktionieren. Der Sehsinn wird erst vollständig nach der Geburt ausgeprägt, allerdings kann das Baby zum jetzigen Zeitpunkt bereits seine Augen bewegen. Auch der Geruchssinn stellt sich etwas später im Verlauf der Schwangerschaft ein.

Um gewisse genetische Erkrankungen wie z.B. Trisomie-21, das Down-Syndrom oder z.B. Herzfehler feststellen zu können, besteht die Möglichkeit bis zur 14. Schwangerschaftswoche eine sog. Nackenfaltenmessung durchzuführen.  Man sollte sich aber bereits vorher Gedanken machen, das man eine Entscheidung treffen muss, wenn diese Untersuchung eine positive Diagnose bringt. Das ist eine nicht zu unterschätzende Situation.

25. bis 36. Schwangerschaftswoche

Der Bauch wächst weiter. Das Leben wird für die schwangere Frau jetzt von Tag zu Tag langsamer, Tätigkeiten, die früher keine Probleme bereiteten, werden jetzt zur Herausforderung, Pausen werden immer wichtiger. Der Körper braucht mehr Ruhe und zeigt dies durch Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen oder häufigeres Zusammenziehen der Gebärmutter. Auch im Bett wird es immer schwieriger, die richtige Lage zu finden – Hilfsmittel, wie die Nackenrolle oder ein langes Stillkissen können helfen, die richtige Schlafposition zu finden. Dazu drückt immer häufiger die Blase – der Platz, den das Kind im Mutterleib lässt, wird immer kleiner und hat immer häufigeren Harndrang zur Folge.

Ab sofort bereitet sich der Körper auf die Geburt vor, die Brüste wachsen, die Brustwarzen scheiden bei manchen Frauen bereits vor der Geburt die sog. Vormilch aus, die aufgrund verschiedener Hormone im Körper gebildet wird.

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Väter-TIPP

Ab sofort brauchen die Frauen eure Unterstützung, wo immer es euch möglich ist. Schwer tragen sollten sie auf keinen Fall mehr, z.B. auch ältere Geschwister, die aufgrund der kommenden Situation noch mehr an der Mutter hängen, könnt ihr den Frauen abnehmen. Ermöglicht ihnen Pausen, nehmt Arbeit ab und tragt somit euren Teil zur Schwangerschaft bei. Die werdenden Mütter werden es euch danken.

Viele Mütter beschäftigen sich in dieser Zeit zunehmend mit der Geburt, die Gedanken kreisen um die Ängste und Schmerzen, die vor allem Erstgebährende aufgrund der fehlenden Erfahrung noch nicht einschätzen können. Hier können Geburtsvorbereitungskurse Sicherheit geben und Bedenken oder Ängste nehmen. Auch eine Hebamme kann in dieser Zeit etwas zur Beruhigung und Aufklärung beitragen. Aus diesem Grund sollte unbedingt das Gespräch mit den entsprechenden Personen gesucht werden. Spätestens jetzt wird es auch Zeit, sich Gedanken über den Geburtsort zu machen. Man sollte sich über die Möglichkeiten ausführlich informieren und dann in Ruhe eine Entscheidung treffen. Zum Einen besteht die Möglichkeit einer Hausgeburt, zum anderen natürlich der von den meisten Frauen gewählte Weg einer Geburt im Krankenhaus. Falls das Baby früher kommt, ist es sinnvoll bereits angemeldet zu sein und auch bereits ein Bild von den Gegebenheiten zu haben. Auch bei einer geplanten Hausgeburt empfiehlt sich zur Sicherheit in einer Klinik angemeldet zu sein, um bei Komplikationen die Möglichkeit zu haben, schnell in die Klinik verlegt zu werden, die bereits über Vorabinformationen verfügt.

36. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt

Letzte Vorbereitungen sollten gestartet werden:

  • Auf der Arbeit letzte Vorbereitungen zum Start in den Mutterschutz treffen
  • Mutterschaftsgeld beantragen
  • ggf. Verwandte/Babysitter für die Geschwisterkinder organisieren
  • Fahrt ins Krankenhaus organisieren (Bereitschaft, wenn z.B. der Mann noch arbeitet etc.)
  • Klinikkoffer packen und bereitstellen
  • Kinderzimmer auf Hochglanz bringen

Ab sofort finden die Vorsorgeuntersuchungen alle 14 Tage statt, um vor allem die Lage des Kindes zu überprüfen und dessen Größe im Auge zu behalten. Gewöhnlich dreht sich das Kind in dieser Zeit in die richtige Geburtsposition (mit dem Kopf nach unten). Die somit eingeschränkte Bewegungsfreiheit des Kindes äußert sich durch vermehrte Tritte und Stöße gegen die Bauchdecke der Mutter. Die Drehung in Kopflage kann prinzipiell bis kurz vor der Geburt erfolgen, darin kann das Kind auch von außen unterstützt werden. Bestimmte darauf ausgelegte Kliniken bringen Kinder auch in Steißlage auf die Welt – allerdings ist das nicht überall möglich.

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Väter-TIPP

Welcher Mann möchte nicht, dass seine Frau (und sein ungeborenes Kind) während der Schwangerschaft bestmöglich versorgt sind und diese Zeit möglichst ohne Komplikationen übersteht. Deswegen sollten Männer ihre schwangeren Frauen hier unterstützen, wo es möglich ist.

    • Viele Schwangere mögen es, körperlich verwöhnt zu werden. Der Partnerin gelegentlich den dicker werdenden Bauch sanft zu massieren, entspannt und schützt ihre strapazierte Bauchhaut. Und es erhöht die Chancen des werdenden Vaters, sein Kind einmal zu spüren zu bekommen.
    • Wenn Männer ihrer Partnerin offen erzählen, was sie an der Schwangerschaft beschäftigt, geben sie ihr das Gefühl, sich für die Schwangerschaft zu interessieren und an ihr teilzuhaben.
    • Nikotin und Alkohol sind Gift für das Kind (und im Übrigen auch für die Mutter). Als Mann ist es jetzt besonders wichtig, ein Vorbild zu sein und auf diese Genussmittel zu verzichten – auch um die Mutter nicht in Versuchung zu führen.
    • Auch wenn eine Schwangerschaft problemlos verläuft, befindet sich die Frau doch in einem manchmal strapaziösen körperlichen und seelischen Wandlungsprozess. Diese Tatsache anzuerkennen und der Frau gegenüber zum Ausdruck zu bringen, kann ihr sehr gut tun.
    • In der Schwangerschaft besonders auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten, fällt leichter, wenn beide Partner mitmachen.

Quelle: familienplanung.de (BZgA)

Weiterführende Links

  • Leitfaden zum Mutterschutz
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    Die Broschüre „Leitfaden zum Mutterschutz“ informiert ausführlich über wesentliche Aspekte rund um den Mutterschutz.
  • Schwangerschaft und Kinderwunsch
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    Eine Schwangerschaft kann werdende Eltern vor Herausforderungen stellen. Hilfe erhalten sie durch die Bundesstiftung Mutter und Kind. Auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch bekommen Unterstützung.
  • Infomaterial zur Familienplanung
    Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

 

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