Elternzeit für Väter – Vorteile und Nachteile

Warum Elternzeit als Vater?

Plötzlich wird sich das Leben ändern, man ist auf einmal für eine weitere Person verantwortlich, die einen Großteil des Lebens bestimmen wird. Natürlich möchte jeder Vater soviel wie möglich von seinen Kindern miterleben und sie aufwachsen sehen. Leider ist das bei einem Vollzeitjob, den man ja braucht, wenn man eine Familie ernähren möchte, nicht immer leicht. Oftmals muss man früh aus dem Haus und kommt erst spät abends wieder nach Hause und hat somit recht wenig Zeit für die Familie und für die Kinder. Bleibt oft nur noch das Wochenende, wo ja auch noch andere Arbeiten auf die Väter wartet. Somit kann nur schwer eine Bindung zum Kind aufgebaut werden.

Wieviel Elternzeit kann ich nehmen?

Viele Männer wissen gar nicht, dass ihnen zur Geburt das selbe Recht auf Elternzeit zusteht, wie es auch den werdenden Müttern zugestanden wird. Zum aktuellen Stand können innerhalb der ersten 8 Lebensjahre des Kindes insgesamt 3 Jahre Elternzeit genommen werden. Diese 3 Jahre können auf insgesamt 3 Teile gesplittet werden, um sich die Zeit sinnvoll und dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst einteilen zu können.

Was liegt da näher, als eine finanzierte Auszeit vom Job zu nehmen und somit mehr Zeit für die Baby- und Kinderjahre des Nachwuchses zu haben. Seit einigen Jahren unterstützt der Staat Eltern mit dem Elterngeld in der Elternzeit. Immer mehr Männer entscheiden sich, dem Beruf für einige Monate (mindestens 2) den Rücken zu kehren und sich der Familie zu widmen.

Vorteile

Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand. In dieser Zeit kann man durch die viele Zeit, die man mit seinem Kind verbringt, natürlich eine viel intensivere Bindung zu diesem aufbauen. Das zieht sich bis in die späteren Lebensphasen durch und kann auch nicht mehr nachgeholt werden, sollte die Bindung in der Babyphase nicht aufgebaut werden. Die beste Umgebung, in der ein Kind sich bestmöglich entwickeln kann, ist eine intakte Familie, in der auch alle Familienmitglieder möglichst beieinander sind. Natürlich ist es auch für die Frau leichter, wenn sie auf ihren Mann zurückgreifen kann, was den Haushalt oder die Rückkehr in den Beruf angeht.

Viele Väter nutzen die Elternzeit auch, um sich und ihre aktuelle berufliche Situation zu hinterfragen und sich selbst zu finden. In dieser Zeit kann man sich sehr gut darüber bewusst werden, ob die vorangegangene Lebensweise richtig war, oder ob man seine work-life-balance überdenken und ggf. anpassen sollte. Gerade jetzt, wo die Familie noch wichtiger geworden ist. Bei einer Fokussierung auf die Familie fällt auch der Leistungsdruck ab, dem Männer im Beruf ausgesetzt sind – man kann mit seiner Familie Zeit verbringen und neue Kraft tanken.

Nachteile

Wo Vorteile sind, gibt es meist auch Nachteile. Vor einigen Jahrzehnten war es undenkbar, dass ein Mann seine Arbeitsstelle (temporär) aufgibt, um sich seiner Familie zu widmen. Das war gesellschaftlich einfach nicht vorgesehen. Die Zeit hat sich zum Glück geändert, allerdings kann es durchaus sein, dass eine Elternzeit auch Auswirkungen auf die aktuelle Arbeitsstelle hat. Rechtlich ist das zwar bedenklich, aber es könnten Nachteile für einen Mann der Elternzeit genommen hat entstehen, wie z.B. der Verlust einer Führungsposition oder die Gefahr einer möglichen Kündigung bei Nichteinhaltung der Fristen. Von daher sollte eine Elternzeit durchdacht und rechtzeitig in der Firma angesprochen und geplant werden.

Ein weiterer Punkt ist die finanzielle Seite. Man muss ja nicht komplett auf sein Einkommen verzichten, aber man sollte durchaus im Vorhinein kalkulieren, ob 65% des Nettoeinkommens für die Familie und Zahlung der laufenden Kosten plus Lebenshaltung noch ausreichend ist. Dazu kommt, dass die Frau ja in der Regel auch nicht mehr arbeiten kann in dieser Zeit. Durch den Verzicht auf die grob 35% kommt es nicht selten vor, dass die Lebenshaltungskosten einer Familie nicht mehr gehalten werden können, was zur Folge hat, dass sich Väter gegen eine Elternzeit entscheiden oder diese auf die minimal mögliche Dauer beschränken. Seit einiger Zeit gibt es aus diesem Grund das Elterngeld Plus, welches Vätern ermöglicht, in Elternzeit bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten und das Defizit etwas auszugleichen. Letztendlich bleibt dann doch noch etwas mehr Zeit für die Familie, aber das Loch in der Haushaltskasse klafft nicht all zu groß.

Fazit

Man sollte gut abwägen, ob man sich als Mann und Hauptverdiener für eine Elternzeit entscheidet. Und wenn ja, wie lange diese dauert. Immer im Hinterkopf, dass man die Zeit mit seinem Kind nicht mehr zurückdrehen kann und Geld nicht der einzige Antrieb sein sollte.

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